Und sie nennen den November den grauen Monat. Sie scheinen den Januar nicht zu kennen. Und den Februar.

Wenn der November die blaue Stunde ist, ein willkommenes Hinabsinken in Stille und Kühle nach dem karamellig kürbisgewürzten Sonnenuntergang, die Ruhe vor jenen Stürmen, die manche Nacht verspricht, für einen Moment sogar selbst der Sturm, Blätterschwärme auf seinen Schwingen, das Letzte vielleicht dieses Mal eines davon …

Dann ist der Januar wie unfreiwillig um drei Uhr nachts wachliegen, halb vier zähflüssig in vier Uhr tropfen sehen, der Morgen zu fern und zu dunkel für irgendeine Art Versprechen. Eigentlich auch aufstehen können, wenn Träumen keine Alternative ist, doch zu bewegungsunfähig und doch-nicht-wach-genug sein, um die Option überhaupt zu sehen.

Februar ist immer. noch. wachliegen um halb fünf, das farblose Herannahen eines vogelsanglosen Morgens, eine durchscheinende Ahnung nur, und halb vier liegt noch zu schwer auf den Lidern.

Sonnenlichtersatz in Gelatine. Das Kaleidoskop ein Stückchen drehen und nur wieder alte Muster finden. Nachdenkliche Krake und wütender Regen. Jinx oder Yvan? Rote Herzen auf Pappkarten, Verkleidungen und Konfetti. Eine Füllung aus Himbeermarmelade und Pflaumenmus. Wenn ich doch aus Versehen träume, weckt mich ein wissendes Schnurren.

Zur blauen Stunde singen bereits die ersten Meisen.


Dieser Text wurde in seiner ersten Fassung zuerst veröffentlicht auf meinem Instagram-Account, am 31. März 2023. Dort sollen meine Texte nicht alleinig bleiben, ihr Zuhause haben sie woanders. Holen wir sie heim.

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