„Der Fluch” von Asp Spreng, perfekte Novemberlektüre
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Novemberkönig: Mit einem Wort fing es an

Ohne das Buch auf dem Bild würde es den Novemberkönig nicht geben. Das sage ich ganz und gar undramatisch, aber in aller Vehemenz. Dabei hat Asp Sprengs „Der Fluch” keinerlei inhaltliche Inspiration geliefert – diese einzigartige, sehr besondere Versnovelle und mein bescheidener Debütroman haben weder in ihrem Inhalt noch in der Form etwas gemeinsam.

Und doch war dieses Büchlein die Initialzündung (weswegen ich auch die Erstauflage hier zeige und nicht die Neuauflage mit den Illustrationen von Holger Much) – zunächst für die Glut, die ein paar Jahre lang im Unterbewusstsein vor sich hin schwelte, dann ab 2017 für das lodernde Magische Feuer.

Doch der Reihe nach.

Prolog: „Der Fluch” und ein Novembermorgen

Im Jahr 2012 (im November!) nahm ich auf dem ASP-Konzert in Filderstadt die Leseprobe des „Fluches” mit – und war dem unwiderstehlichen Metrum und dem Augenzwinkern, das durch die Düsternis der Geschichte blitzte, sofort verfallen. Und doch sollte es (inzwischen völlig untypisch für mich) noch ein ganzes Jahr dauern, bis ich auch das Buch selbst mein Eigen nennen würde. Es wurde wieder November. 

An einem nebligen Wochenende nahm ich mir nach dem Frühstück bewusst Zeit für den „Fluch”. Ich wusste, das ist ein Text, der genossen und ausgekostet werden möchte. Also machte ich es mir mit dem stilvoll in schwarzes Leinen gebundenen Büchlein auf der Couch gemütlich, eine Tasse Tee in Reichweite und meine Füße unter einer Decke. Ich verbrachte den Vormittag lesend – und die Geschichte entfaltete einen unglaublichen Sog. Ein Reimschema zum Niederknien, eine riesige Portion Verspieltheit in der Wort-Kunst und darin verwoben all die literarischen Verbeugungen … Das eine oder andere Mal konnte ich einfach nicht anders, als ein paar Zeilen flüsternd mitzusprechen. (Anmerkung: „Der Fluch” eignet sich auch hervorragend, um ihn am Stück jemand anderem vorzulesen. Getestet und für großartig befunden!) 

Als ich das Buch zuschlug, ließ ich langsam den Atem entweichen, einem Seufzen gleich. Man spürt es, wenn ein Buch sich fest in der Seele verankert, und das war so ein Moment. An einem nebligen Novembervormittag. Ich ließ den Blick ein wenig schweifen, genoss die Stille und das langsame Wiederauftauchen aus den Worten. Und stellte fest, dass ich mir den perfekten Tag und die perfekte Stimmung für genau dieses Buch ausgesucht hatte, mit dem dichten Nebel draußen vor den Fenstern und dem warmen Kerzenschein im Inneren.

Inciting incident: ein Wort und ein Funken Magie

Und dann geschah in meinem Kopf jener Gedankengang, an den ich mich auch heute noch in unglaublicher Klarheit erinnere:

„Wow, ‘Der Fluch’ ist geradezu perfekte Novemberlektüre! … … Wenn man genauer drüber nachdenkt, passt eigentlich alles, was Asp erschafft, perfekt zum November.”

Und plötzlich war da dieses Wort.

Novemberkönig.

Ich erstarrte – aber aus anderen Gründen als zuvor. Es ließ mich den Atem anhalten, dieses Wort. Schwebte zwischen Nebel und Kerzenschein im Raum, sacht herabsinkend wie eine Feder und ich brauchte es nur aufzufangen. Novemberkönig. Es löste sich vom „Fluch” und von ASP/Asp und verlangte plötzlich nach einem eigenen Kontext.

Novemberkönig … 

„Was für ein Wort! Ich will unbedingt irgendwann einmal eine Geschichte schreiben, die diesen Titel trägt.”

Da war er also, der Gedanke, der den ersten Funken des Magischen Feuers in sich barg. Ich spürte überdeutlich: Eigensinnig war es, das Wort. Ich wagte es nicht, zu schnelle Bewegungen zu machen, zu vehement danach zu greifen. Es würde sich sperren oder sich ganz auflösen, würde ich versuchen, ihm seine Geschichte aufzuzwingen. Und so ließ ich es sich bei mir einnisten und hoffte, ich würde es wissen, wann seine Zeit kommen würde.

Foreshadowing und Rückblende

Tatsächlich sollte es noch vier weitere Jahre dauern, bis ich im NaNoWriMo 2017 am Novemberkönig zu schreiben begann. Wie aus dem einen Wort in dieser Zeit ganz intuitiv nach und nach ein Plot entstand, sich mir die Charaktere vorstellten und ich das Setting kennenlernte, werde ich an anderer Stelle erzählen.

Es wäre jedoch vermutlich niemals so weit gekommen, hätte ich Asp Sprengs „Der Fluch” nicht gelesen, an jenem Novembermorgen im Jahr 2013. Wie schon gesagt, das Wort löste sich aus dem Kontext dieses ersten Moments und der (also mein) Novemberkönig und „Der Fluch” haben nichts weiter gemeinsam. Auch die titelgebende Figur ist unabhängig von dieser Inspiration entstanden – versucht also gar nicht erst, das dort hineinzulesen! 

Der Einfluss durch diese „Muse” jedoch und die Inspiration, mit der mich die Musik von ASP jahrelang geflutet hatte, zieht sich unverkennbar durch den Text und ist auch der Grund für die Widmung vorne im Buch. „In tiefer Verbeugung”. Mehr soll es nicht sein – aber auch nicht weniger.

Fortsetzung folgt …

Und dann geschah noch etwas, womit ich 2013 nicht hätte rechnen können (obwohl ich den fraglichen Song damals bereits kannte …) – und womit sich letzten Endes der Kreis schloss. 

Diese Geschichte soll im nächsten Blogbeitrag erzählt werden.

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