5 phantastische Winter-Neuerscheinungen, auf die ich mich im Januar & Februar 2026 freue

Phantastik: Neuerscheinungen im Winter 2026, erstes Quartal

Das Vorschauen-durchblättern gehört zu meinen Lieblingsmomenten in meinem Job im Buchhandel. Die Fantasy ist zwar nicht die von mir betreute Warengruppe, aber meine private Wunschliste wird dadurch nur umso länger.

Im Januar und Februar des noch jungen Jahres springt eine wunderbare Bandbreite auf meinen (digitalen) Stapel ungelesener Bücher: Gothic Fantasy, nautische High Fantasy, Dark Fantasy, Cosy Fantasy – und posthum Veröffentlichtes aus der Feder von niemand Geringerem als J. R. R. Tolkien.

Ach, hätte ich doch den ganzen Tag Zeit zu lesen!

Maxim M. Martineau: House of Blight

Eine Protagonistin, die Familienmitglieder in Gefahr retten möchte, ein Haunted-House-Setting – die Begründung, warum mich das Buch anspricht, schreibt sich quasi von selbst! Der Blick in die Hashtags tut sein Übriges. Was interessiert mich eine veredelte Ausstattung mit Farbschnitt, es sind die Worte #SlowBurn, #FemaleRage und #DorianGreyVibes, die für mich den „Vorbestellen”-Button geradezu unwiderstehlich machen.

Maxym M. Martineau: House of Blight – LEAF; Gothic Romantasy; ET: 20. Januar

R. M. Gray: Nightweaver

Dieser Blogbeitrag ist ein wunderbares Lehrstück, wie Buchmarketing die richtigen Leser:innen anziehen kann. Ist dieses Cover nicht ein Traum? Läge es in der Buchhandlung vor mir, würde ich unweigerlich danach greifen.

In den Vorschauen war es jedoch der Pitch, der es auf meine Wunschliste – und in diesen Beitrag – katapultierte. „Fluch der Karibik” meets „Downton Abbey“. Letzteres hat mich bislang noch nicht so richtig packen können – aber nautische High Fantasy, dafür habe ich eine Schwäche. (Steht noch auf der Liste meiner eigenen unvollendeten Schreibprojekte. Das High-Fantasy-Projekt, mit dem ich meinen ersten NaNoWriMo gewonnen habe, hach …)

Bereit, ab Ende Januar die Segel zu hissen!

R. M. Gray: Nightweaver – dtv; Romantic Fantasy; ET: 29. Januar

J.R.R. Tolkien: Die Bovadium Fragmente

Eine kleine Anekdote aus meinem persönlichen Nähkästchen. Vor vielen Jahren hatte ich ein telefonisches Vorstellungsgespräch bei Klett-Cotta (ein nie wahrgewordener Traum, dort zu arbeiten!), und eine Frage lautete: Fantasy oder Belletristik? Ich war damals noch wesentlich unsicherer als heute, und Vorstellungsgespräche sind ohnehin der absolute Horror, die Frage „Was wollen die wohl von dir hören?” als Damoklesschwert über jeder potenziellen Antwort. Klett-Cotta verlegt beides, Fantasy und Belletristik. Die ausgeschriebene Stelle, würde ich dort nicht mit beidem zu tun bekommen? Mit der Antwort „Etwas von beidem“ könnte ich nichts falsch machen, oder?

Noch im selben Moment, und seitdem, bereue ich, nicht mit dem Telefonhörer am Ohr aufgestanden zu sein, um zu meinem Bücherregal hinüberzuschlendern und der freundlichen Dame am anderen Ende der Leitung zu sagen: „Ich stehe gerade vor meinem Bücherregal – und genau auf Augenhöhe vor mir: mein Tolkien-Regalbrett. Ein Fach in meinem Bücherregal ist reserviert für Bücher von und über J.R.R. Tolkien, der Herr der Ringe, klar, aber auch Biografien, Essays, Kurzgeschichten, Bildbände über Tolkiens Illustrationen …”

Ich werde nie herausfinden, ob ich die Stelle deswegen nicht bekommen habe, weil ich verwässernde, (hoffentlich) gefällige Antworten gab, anstatt frei heraus zu dem zu stehen, wofür mein Herz schlägt. Doch über mein Tolkien-Regalbrett ins Schwärmen zu geraten, wäre bei dem Verlag, der mit dem Imprint „Hobbitpresse” Tolkiens Werke auf Deutsch verlegt, sicherlich nicht verkehrt gewesen.

Inzwischen existiert das Wohnzimmer nicht mehr, in dem sich diese kleine Anekdote abgespielt hat, ich wohne inzwischen woanders, und auch mein Bücherregal ist ein anderes geworden. Das Tolkien-Regalbrett gibt es jedoch auch in dieser Version.

Und eine satirische Fantasygeschichte, welche mit Weitblick die Automobilisierung von Städten kritisch ins Auge fasst, aus dem Nachlass des Professors darf darauf auf gar keinen Fall fehlen.

J. R. R. Tolkien: Die Bovadium Fragmente – Hobbitpresse, Klett-Cotta; herausgegeben von Christopher Tolkien; ET: 14. Februar

Cameron Sullivan: The Red Winter

„The Witcher“ (eine meiner Lieblingsserien, zumindest die ersten beiden Staffeln) meets Das unsichtbare Leben der Addie LaRue“ (eines meiner Lieblingsbücher)? „die okkulte Geschichte Europas“? Glühende Worte der Empfehlung unter anderem von T. Kingfisher, deren Schreibstil ich zum Niederknien finde? Klappentext, Pitch und Blurbs dieses Buches wimmeln geradezu vor Gründen, warum ich es unbedingt lesen muss!

Cameron Sullivan: The Red Winter – Fischer Tor; Dark Fantasy; ET: 25. Februar

A. T. Qureshi: The Baby Dragon Café

Dass Katzen und Drachen heimliche Verwandte sind, habe ich nicht erst im Verdacht, seit meine eigene Katze Skadi in mein Leben kam … Wir alle kennen das Prinzip der Katzen-Cafés – und nun stelle man sich ein Szenario vor, in dem einem nicht fellige Samtpfoten Gesellschaft bei Kaffee und Kuchen leisten, sondern Drachenbabys. Die obendrein noch ständig die Möbel in Brand stecken.

Wer quietscht mit mir innerlich vor Entzücken bei dieser Prämisse für einen Cosy-Fantasy-Roman? Mein heimliches Vorfreude-Highlight dieses Beitrags. Dieses Buch werde ich mir selbst zum Geburtstag schenken.

A. T. Qureshi: The Baby Dragon Cafße – Piper; Cosy Fantasy; ET: 27. Februar

Es wird Herbst im Frühjahr …

Es scheint, als hat der immerwährende Herbst mich auch außerhalb des Novemberkönigs fest in seinen nebligen Fängen, zumindest was mein eigenes Schreiben angeht. Genaueres darf ich noch nicht verraten – nur dass im Frühjahr auch eine neue Veröffentlichung von mir ansteht. „mal was ganz anderes” schrieb die Lektorin. Lily Magdalen going even more whimsical.

Ich freue mich schon darauf, wenn mein recht eigenwilliger Erzähler euch mit in den … ja, doch, den November nimmt. Spitzt die Ohren und horcht, vielleicht ruft ja der Klang einer Spieluhr aus dem Nebel …

Stay tuned, bald an dieser Stelle mehr dazu!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert