[Aufruf] Blogparade: Blackout Poetry – Kreativität & Intuition

Blogparade im Geiste des „alten Internet”: Kreiere Blackout Poetry und blogge darüber!

„Blog like it’s 2015”. Ganz kurz nur, letzten Sommer, da stand mein damals frisch aus dem Dornröschenschlaf erwachter Blog unter dieser Überschrift. Das alte Internet, hach, ich liebte es. Ungefähr zu jener Zeit (2015, nicht letzten Sommer), da hatte ich ein Vorstellungsgespräch für ein Volontariat in einem Verlag. Das Frage-Antwort-Interview hatte ich schon im ersten Gespräch hinter mich gebracht, für Runde zwei galt es, etwas vorzubereiten und dann zu präsentieren: eine Onlinemarketing-Kampagne. Im Zentrum meiner daheim am Küchentisch entworfenen Kampagne: eine Blogparade.

Damals brauchte ich nicht viel erklären, was das ist. Die Blogosphäre war bunt und lebendig, besonders im DIY-/Kreativ-Bereich, an den sich der Verlag richtete. Gegenseitige Interviews, Tags zu bestimmten Themen, Kreativ-Challenges, Blogparaden … Es war ein wunderbares Gewusel, auf diesem großen virtuellen Spielplatz, auf dem wir uns alle tummelten. 

Und weil der kreative Teil meiner selbst geradezu darum bettelt, wieder ein wenig zu spielen, weil mir der Sinn danach steht, etwas kleines Digital-Kreatives auf die Beine zu stellen (aber mit einer schönen Portion analog dazu!), weil mir auch ein wenig der Sinn nach einer kleinen Portion harmloser Rebellion steht, werfen wir einmal alles über Bord, was wir jemals über „Aber das macht man doch gar nicht mehr” („und erst recht nicht SO!”) gehört haben.

Lust auf eine Blogparade mit (wirklich sehr) kleiner Kreativ-Challenge? Ich schon. Grund genug. Here goes.

Blogparade? Was soll das überhaupt sein?

In zwei Sätzen zusammengefasst: Bei einer Blogparade gibt ein:e Blogger:in den Impuls für ein Thema. Andere Bloggende, die etwas dazu beitragen wollen, greifen dieses Thema auf und schreiben einen eigenen Blogartikel dazu. 

Diese Blogparade rufe ich unter folgendem Thema ins Leben :

Du schreibst und veröffentlichst deinen Blogartikel dazu auf deiner Website und verlinkst in deiner Einleitung meinen Aufruf (also den Blogartikel, den du jetzt gerade liest). Sobald dein Blogartikel fertig ist, hinterlässt du hier einen Kommentar mit dem Link zu deinem Blogartikel. So bleibt der verbindende Charakter einer Blogparade erhalten und hier entsteht ein bunter Strauß aus Worten, Papier und kreativem Flow.

Das Ergebnis (für dich):

  • Du hast ein wenig Zeit mit Papier verbracht (Kudos an Ælfleda für diesen wundervollen Impuls!)
  • Du hast ein haptisches Ergebnis, das du dir über den Schreibtisch pinnen, einrahmen, in dein Journal legen, als Briefpapier verwenden, [hier jedweden Verwendungszweck einfügen, nach dem sich dein kreatives Herz sehnt] kannst.
  • Du hast deinen Prozess in einem Blogbeitrag festgehalten, dokumentiert, der Welt davon erzählt. Und somit auch ein wenig analoge Kreativität in den digitalen Raum gebracht.*
  • Und ganz nebenbei natürlich: Sichtbarkeit, Backlinks, Kommentare. Was man in diesem digitalen Raum eben gerne bekommen möchte.

*Du hast ganz nebenbei so schöne Fotos deiner Blackout Poetry gemacht, dass du sie auf Social Media teilen möchtest? Verlinke mich von Herzen gerne in deinem Posting!

So nimmst du an dieser Blogparade teil

  1. Setz dich eine halbe Stunde lang hin (oder so lang du magst) und spiel ein wenig mit Blackout Poetry. Halte deine Ergebnisse in Bildern fest.
  2. Schreibe auf deinem eigenen Blog einen Beitrag darüber und erzähl von deinem kreativen Experiment. Wie hast du es erlebt, wie ging es dir dabei? Magst du, was dabei herauskam? 
  3. Verlinke meine Blogparade (also genau diesen Blogartikel, den du jetzt gerade liest) in der Einleitung oder im Fazit deines Blogartikels dazu.
  4. Sobald du deinen Blogartikel veröffentlicht hast: Hinterlasse mir genau unter diesem Blogartikel (immer noch der, den du gerade liest) ein paar Worte und den Link zu deinem eigenen Blogartikel als Kommentar. Nur so kann ich deinen Beitrag zu meiner Blogparade finden – logisch, oder?

Diese Blogparade läuft bis Sonntag, 2. August 2026. Veröffentliche bis dahin deinen Blogartikel und hinterlasse ihn mir hier in den Kommentaren.

Faden zum Entlanghangeln: Blackout Poetry selbst machen?

Das Prinzip der Blackout Poetry ist denkbar einfach. Jede:r kann es, du kannst nichts dabei „falsch” machen.

  • Nimm ein Buch zur Hand, das du ohnehin nicht mehr lesen möchtest (falls du keines von deinen eigenen dafür aussortieren möchtest, findest du im nächstgelegenen Bücherschrank sicherlich geeignete Exemplare)
  • Schlage eine beliebige Seite auf
  • Noch besser: Reiße eine beliebige Seite raus (Nur keine Scheu! Das fühlt sich erst einmal ganz schön falsch an, aber das legt sich auch schnell wieder.)
  • Gehe die Seite durch und umkreise oder unterstreiche mit einem Bleistift zart einzelne Wörter oder Satzteile, die sich neu zu einem Satz, Satzfragment oder kleinen Text zusammenfügen lassen.
  • Nimm anschließend einen dunklen Edding oder gut deckenden Textmarker zur Hand und streiche den kompletten Text durch – bis auf die von dir gefundenen Wörter.
  • Und so entsteht durch das Streichen etwas ganz Neues: deine Blackout Poetry. Vielleicht ein Gedanke, vielleicht ein Impuls. Vielleicht nur ein Fragment, vielleicht ein ganzer Satz.

Du wirst feststellen, dass du den Dreh schnell raus hast. Und dass es ganz automatisch dazugehört, dass du mehrere Versuche auch wieder verwirfst, dass nicht jede Seite gleich gut „funktioniert”. Lass dich nicht beirren, sondern lass dich einfach drauf ein. Du wirst dich möglicherweise selbst überraschen.

Blackout Poetry? So könnte das aussehen

So oder auch ganz anders. Ordentlicher, jede Linie mit dem Lineal gezogen. Unordentlicher, beinahe wütende Striche des Eddings. In deiner Lieblingsfarbe. In allen Farben des Regenbogens.

Weder ist meine Aufzählung abschließend noch sind es diese drei Fotos. Die zeigen nur meine Lieblings-Ergebnisse aus meiner eigenen letzten Session. Deine könnten ganz anders aussehen.

Faden zum Entlanghangeln: Dein eigener Blogbeitrag

Und so wird aus deiner halben Stunde Zeit mit Papier verbringen ein Teil dieser Blogparade – mit deinem eigenen Blogbeitrag! Selbstverständlich bist du vollkommen frei darin, wie du diesen ausgestaltest oder was du darin erzählst.

Wenn du jedoch ein wenig Orientierung wünschst, schau dir gerne diese Leitfragen an. Vielleicht zündet die eine oder andere den passenden Funken Inspiration für dich.

  • Wie bist du bei deinem Blackout-Poetry-Experiment vorgegangen?
  • Hast du dich einfach reingestürzt oder hast du es ausführlicher vorbereitet?
  • Welches Buch hast du verwendet und warum?
  • Wie erging es dir damit? Fiel es dir leicht, hat es dir Freude bereitet?
  • Welches ist deine Lieblings-Seite geworden – und warum?
  • Möchtest du auch die Seiten teilen, die du wieder verworfen hast?
  • Was machst du mit deinen Ergebnissen?
  • Was macht es mit dir, die dabei entstandenen Texte auch mal separat niederzuschreiben?
  • Spielt die Beschäftigung mit Papier, mit haptischen Kreativ-Erlebnissen in deinem Leben abseits dieses Experiments eine Rolle?

PS: Ich habe Blackout Poetry natürlich nicht selbst erfunden – noch möchte ich mit dieser Blogparade den Anschein erwecken, ich hätte es. Eine freie Kreativtechnik, derer sich schon viele bedient haben. Ein bisschen mehr dazu erzähle ich in meinem eigenen (noch folgenden) Beitrag zum Thema.

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